Statische Website vs. WordPress: Der ehrliche Vergleich
WordPress oder statische Website? Ein Vergleich von Kosten, Sicherheit und Performance - mit konkreten Zahlen für Schweizer KMU.
WordPress betreibt 43% aller Websites weltweit. Gleichzeitig laufen über 90% aller gehackten Websites weltweit auf WordPress. Beide Zahlen stimmen — und gemeinsam erzählen sie eine Geschichte, die viele Agenturen lieber nicht laut aussprechen.
Das hier ist kein Angriff auf WordPress. Es ist ein Versuch, eine Frage ehrlich zu beantworten: Für welche Unternehmen ist WordPress tatsächlich die richtige Wahl, und für welche nicht?
Die Zahlen zuerst
| Aspekt | Statische Website | WordPress |
|---|---|---|
| Ladezeit | 50–200 ms | 500 ms–3 s |
| Sicherheitsrisiko | Minimal | Hoch (90% aller Hacks) |
| Hosting-Kosten/Jahr | CHF 0–120 | CHF 200–600 |
| Wartungsaufwand | Keiner | Regelmässig |
| Gesamtkosten/Jahr | CHF 0–320 | CHF 850–3'000 |
Diese Zahlen stammen aus realen Projekten mit Schweizer KMU — keine Hochrechnung, keine Best-Case-Szenarien.
Was WordPress wirklich kostet
Entwicklungskosten sind bei beiden Ansätzen vergleichbar. Der Unterschied entsteht im Betrieb, Jahr für Jahr:
| Posten | WordPress (3 Jahre) | Statisch (3 Jahre) |
|---|---|---|
| Entwicklung | CHF 5'000 | CHF 5'000 |
| Hosting | CHF 1'200 | CHF 0–360 |
| SSL-Zertifikat | CHF 150–600 | Inklusive |
| Sicherheit/Backups | CHF 300–600 | Nicht nötig |
| Wartung/Updates | CHF 1'500–6'000 | CHF 0–600 |
| Gesamtkosten | CHF 8'150–13'400 | CHF 5'000–5'960 |
Das sind CHF 3'000–7'500 Ersparnis über drei Jahre — plus die Zeit, die nicht für Plugin-Updates, Backup-Kontrollen und gelegentliche Notfallmassnahmen aufgewendet wird.
Wartungskosten werden selten vollständig eingerechnet. Ein Plugin-Update, das die Website lahmlegt, kostet nicht nur den Entwickler-Stundensatz für die Fehlersuche — es kostet auch die Stunden, die jemand im Unternehmen damit verbringt, das Problem zu erkennen und zu melden. Diese Zeit ist real, auch wenn sie nicht auf einer Rechnung erscheint.
Sicherheit: Was "aktuell halten" bedeutet
"Sicher, solange man es aktuell hält" ist technisch korrekt — aber die Realität sieht so aus: Eine WordPress-Installation besteht typischerweise aus dem Core, einem Theme, und 10 bis 15 Plugins. Jede dieser Komponenten veröffentlicht unabhängig Updates. Manche kritisch, manche kosmetisch, manche inkompatibel mit dem Rest.
Wer WordPress konsequent und sofort aktualisiert, reduziert das Risiko erheblich. Wer das nicht tut — aus Zeitmangel, weil ein Update die Website einmal gebrochen hat, oder schlicht weil niemand daran gedacht hat — öffnet eine Tür, die automatisierte Angriffs-Bots rund um die Uhr suchen.
Statische Websites haben keine dieser Angriffsflächen. Keine Datenbank, kein Admin-Login, keine ausführbare Serverlogik. Es gibt schlicht nichts zu hacken.
Wo WordPress tatsächlich die bessere Wahl ist
WordPress hat echte Stärken — für die richtigen Anforderungen.
Online-Shops mit komplexem Inventar: Bei einem Shop mit mehreren tausend Produkten, täglichen Preisänderungen und Lagerverwaltung ist WooCommerce oft die praktischere Lösung. Statische Websites können E-Commerce, aber der Aufwand steigt mit der Komplexität.
Nutzer-generierte Inhalte: Foren, Bewertungsportale, Community-Plattformen — überall dort, wo Besucher selbst Inhalte erstellen und Konten verwalten, braucht es eine Datenbank und Nutzer-Authentifizierung. Das gehört zu WordPresss Kernstärken.
Sehr häufige Änderungen durch viele Redakteure: Wenn ein Marketing-Team täglich dutzende Seiten bearbeitet und dabei volle Layout-Kontrolle benötigt, kann der klassische WordPress-Editor komfortabler sein als ein Headless CMS — abhängig davon, wie viel Einarbeitung die Redakteure bereit sind zu leisten.
Für wen statische Websites die klarere Wahl sind
Die folgende Liste ist nicht erschöpfend, aber sie deckt die häufigsten Fälle ab:
Unternehmenswebsites, die Dienstleistungen, Teams und Referenzen präsentieren — Inhalte, die sich vierteljährlich oder seltener ändern. Portfolios von Architekten, Designern, Fotografen, bei denen Ladezeit und stabile Darstellung direkt die wahrgenommene Qualität beeinflussen. Blogs, bei denen Artikel nach Veröffentlichung selten angefasst werden. Landing Pages für Kampagnen, bei denen jede Ladezeitmsekunde Konversionen beeinflusst. Und Dokumentation oder Ressourcenarchive, die viel gelesen, aber wenig geändert werden.
Für diese Anwendungsfälle — die Mehrheit der KMU-Websites in der Schweiz — liefert eine statische Website bessere Performance, weniger Aufwand und niedrigere Betriebskosten.
Fünf Fragen für die Entscheidung
Diese Fragen helfen mehr als jede pauschale Empfehlung:
Wie oft ändern sich die Inhalte, und wer ändert sie? Wöchentlich oder seltener, durch eine oder zwei Personen: statisch. Täglich, durch viele Redakteure mit verschiedenen Rollen: WordPress prüfen.
Brauchen Besucher eigene Konten? Nein: statisch. Ja, mit Profilen, Bestellhistorie oder nutzergenerierten Inhalten: WordPress oder eine massgeschneiderte Lösung.
Was ist das Budget für laufenden Betrieb? Kein monatliches Wartungsbudget: statisch. CHF 100–300 pro Monat eingeplant: beides möglich.
Was passiert bei einem Sicherheitsvorfall? Imageschaden, Datenverlust, Geschäftsausfall — wer sich diese Frage stellt und die Antwort beunruhigend findet, sollte die minimale Angriffsfläche einer statischen Website höher gewichten.
Wird die Website in zwei Jahren andere Anforderungen haben? Wenn ein Online-Shop oder ein Community-Bereich geplant ist, lohnt es sich, das von Anfang an einzukalkulieren — statt nach einem Jahr alles neu zu bauen.
Fazit
"WordPress, weil das alle nutzen" ist keine Strategie — es ist eine Gewohnheit. Und Gewohnheiten sind kein schlechtes Fundament, solange sie zu den tatsächlichen Anforderungen passen.
Für die meisten Schweizer KMU — Handwerksbetriebe, Beratungen, Agenturen, Praxen — sind statische Websites die überlegene Wahl: schneller, sicherer, günstiger im Betrieb, wartungsfrei. WordPress ist die richtige Antwort auf eine andere Frage: wenn echte Dynamik, Nutzerkonten oder sehr häufige Änderungen durch viele Personen gefordert sind.
Die entscheidende Frage ist nicht "WordPress oder statisch?" — sondern: Was braucht Ihr Unternehmen wirklich, und was kostet es über drei Jahre?
Für die technischen Hintergründe — wie statische Websites funktionieren, was JAMstack bedeutet, und wie Inhalte ohne Programmierkenntnisse gepflegt werden — lesen Sie Warum statische Websites die Zukunft sind.
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