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Statische Website vs. WordPress: Der ehrliche Vergleich

Von Manuel HedingerWebentwicklung · 6 Min. Lesezeit
· Aktualisiert
Statische Website vs WordPress - Geschwindigkeit und Einfachheit
Inhalt

WordPress betreibt rund 43% aller Websites weltweit. Gleichzeitig entfallen in Cleanup- und Security-Reports (z. B. Sucuri) rund 90% der untersuchten CMS-Hacks auf WordPress – vor allem wegen des hohen Marktanteils und der Plugin-Landschaft, nicht als unvoreingenommene Statistik aller Hacks weltweit. Beide Beobachtungen gehören zusammen — und erzählen eine Geschichte, die viele Agenturen lieber nicht laut aussprechen.

Das hier ist kein Angriff auf WordPress. Es ist ein Versuch, eine Frage ehrlich zu beantworten: Für welche Unternehmen ist WordPress tatsächlich die richtige Wahl, und für welche nicht?

Die Zahlen zuerst

AspektStatische WebsiteWordPress
Ladezeit50–200 ms500 ms–3 s
SicherheitsrisikoGeringe Angriffsfläche (nicht «unhackbar»)Höher (häufig in CMS-Cleanup-Reports)
Hosting & SSLCDN-Hosting CHF 0–240/Jahr; SSL inklusiveHosting CHF 200–600/Jahr; SSL oft gratis (Let's Encrypt)
WartungsaufwandGering: Abhängigkeiten gelegentlich aktualisierenRegelmässig: Core, Theme und Plugins
Inhalte bearbeitenHeadless CMS oder Markdown, muss eingerichtet werdenIntegrierter Editor
Betriebskosten/Jahrca. CHF 100–750CHF 850–3'000 (schwankend)

Die Werte sind Richtwerte für den Schweizer Markt. Die tatsächlichen Kosten hängen vom Umfang der Website und vom Anbieter ab.

Was beide Varianten kosten

Die Erstellung ist in beiden Fällen ein eigenes Projekt. Der Preis hängt vor allem vom Umfang ab: Anzahl Seiten, Design, Texte, Funktionen. Eine WordPress-Website mit fertigem Theme ist schneller aufgesetzt. Eine individuell entwickelte statische Website braucht mehr Entwicklungszeit, verursacht danach aber weniger Aufwand im Betrieb.

Der grössere Unterschied liegt in den laufenden Kosten:

PostenWordPress (3 Jahre)Statische Website (3 Jahre)
HostingCHF 1'200CHF 0–720 (CDN, Gratis- oder Pro-Tarif)
SSL-Zertifikatoft gratis (Let's Encrypt); sonst CHF 150–600Beim Hosting inklusive
Sicherheit/BackupsCHF 300–600Kaum Aufwand, Code liegt versioniert in Git
Wartung/UpdatesCHF 1'500–6'000CHF 300–1'500
Betrieb gesamtCHF 3'000–8'400 (schwankend)ca. CHF 300–2'200

Inhaltliche Erweiterungen wie neue Seiten oder Funktionen sind in beiden Spalten nicht enthalten. Bei WordPress verteilen sich die Betriebskosten auf vier bis fünf Posten, die von Jahr zu Jahr schwanken. Bei einer statischen Website fallen Plugin-Updates, Backup-Kontrollen und die meisten Notfalleinsätze weg.

Wartungskosten werden selten vollständig eingerechnet. Ein Plugin-Update, das die Website lahmlegt, kostet nicht nur den Entwickler-Stundensatz für die Fehlersuche — es kostet auch die Stunden, die jemand im Unternehmen damit verbringt, das Problem zu erkennen und zu melden. Diese Zeit ist real, auch wenn sie nicht auf einer Rechnung erscheint.

Mehr zu Aufbau und Betrieb einer statischen Website finden Sie unter Website für KMU erstellen lassen.

Sicherheit: Was "aktuell halten" bedeutet

"Sicher, solange man es aktuell hält" ist technisch korrekt — aber die Realität sieht so aus: Eine WordPress-Installation besteht typischerweise aus dem Core, einem Theme, und 10 bis 15 Plugins. Jede dieser Komponenten veröffentlicht unabhängig Updates. Manche kritisch, manche kosmetisch, manche inkompatibel mit dem Rest.

Wer WordPress konsequent und sofort aktualisiert, reduziert das Risiko erheblich. Wer das nicht tut — aus Zeitmangel, weil ein Update die Website einmal gebrochen hat, oder schlicht weil niemand daran gedacht hat — öffnet eine Tür, die automatisierte Angriffs-Bots rund um die Uhr suchen.

Statische Websites haben im Auslieferungspfad deutlich weniger Angriffsfläche: keine klassische CMS-Datenbank, kein typischer Admin-Login auf dem Webserver, keine bei jedem Request ausführbare PHP-Logik. «Nichts zu hacken» ist trotzdem übertrieben – Headless-CMS, CI/CD, Serverless Functions und der Hosting-Stack brauchen weiterhin Sorgfalt und Updates.

Wo WordPress tatsächlich die bessere Wahl ist

WordPress hat echte Stärken — für die richtigen Anforderungen.

Online-Shops mit komplexem Inventar: Bei einem Shop mit mehreren tausend Produkten, täglichen Preisänderungen und Lagerverwaltung ist WooCommerce oft die praktischere Lösung. Statische Websites können E-Commerce, aber der Aufwand steigt mit der Komplexität.

Nutzer-generierte Inhalte: Foren, Bewertungsportale, Community-Plattformen — überall dort, wo Besucher selbst Inhalte erstellen und Konten verwalten, braucht es eine Datenbank und Nutzer-Authentifizierung. Das gehört zu WordPresss Kernstärken.

Sehr häufige Änderungen durch viele Redakteure: Wenn ein Marketing-Team täglich dutzende Seiten bearbeitet und dabei volle Layout-Kontrolle benötigt, kann der klassische WordPress-Editor komfortabler sein als ein Headless CMS — abhängig davon, wie viel Einarbeitung die Redakteure bereit sind zu leisten.

Für wen statische Websites die klarere Wahl sind

Die folgende Liste ist nicht erschöpfend, aber sie deckt die häufigsten Fälle ab:

Unternehmenswebsites, die Dienstleistungen, Teams und Referenzen präsentieren — Inhalte, die sich vierteljährlich oder seltener ändern. Portfolios von Architekten, Designern, Fotografen, bei denen Ladezeit und stabile Darstellung direkt die wahrgenommene Qualität beeinflussen. Blogs, bei denen Artikel nach Veröffentlichung selten angefasst werden. Landing Pages für Kampagnen, bei denen jede Ladezeitmsekunde Konversionen beeinflusst. Und Dokumentation oder Ressourcenarchive, die viel gelesen, aber wenig geändert werden.

Für diese Anwendungsfälle — die Mehrheit der KMU-Websites in der Schweiz — liefert eine statische Website bessere Performance, weniger Aufwand und planbarere Betriebskosten.

Fünf Fragen für die Entscheidung

Diese Fragen helfen mehr als jede pauschale Empfehlung:

Wie oft ändern sich die Inhalte, und wer ändert sie? Wöchentlich oder seltener, durch eine oder zwei Personen: statisch. Täglich, durch viele Redakteure mit verschiedenen Rollen: WordPress prüfen.

Brauchen Besucher eigene Konten? Nein: statisch. Ja, mit Profilen, Bestellhistorie oder nutzergenerierten Inhalten: WordPress oder eine massgeschneiderte Lösung.

Was ist das Budget für laufenden Betrieb? Möglichst tiefe, planbare Betriebskosten: statisch. Bereit für schwankende, separat verrechnete Wartung: beides möglich. Wer die Website lieber selbst baut, findet mit blitzweb einen KI-Website-Builder im Self-Service.

Was passiert bei einem Sicherheitsvorfall? Imageschaden, Datenverlust, Geschäftsausfall — wer sich diese Frage stellt und die Antwort beunruhigend findet, sollte die minimale Angriffsfläche einer statischen Website höher gewichten.

Wird die Website in zwei Jahren andere Anforderungen haben? Wenn ein Online-Shop oder ein Community-Bereich geplant ist, lohnt es sich, das von Anfang an einzukalkulieren — statt nach einem Jahr alles neu zu bauen.

Fazit

"WordPress, weil das alle nutzen" ist keine Strategie — es ist eine Gewohnheit. Und Gewohnheiten sind kein schlechtes Fundament, solange sie zu den tatsächlichen Anforderungen passen.

Für die meisten Schweizer KMU — Handwerksbetriebe, Beratungen, Agenturen, Praxen — sind statische Websites die überlegene Wahl: schneller, sicherer, günstiger im Betrieb und ohne den ständigen Update-, Plugin- und Sicherheits-Stress. WordPress ist die richtige Antwort auf eine andere Frage: wenn echte Dynamik, Nutzerkonten oder sehr häufige Änderungen durch viele Personen gefordert sind.

Die entscheidende Frage ist nicht "WordPress oder statisch?" — sondern: Was braucht Ihr Unternehmen wirklich, und wie viel Aufwand soll der Betrieb verursachen?


Für die technischen Hintergründe — wie statische Websites funktionieren, was JAMstack bedeutet, und wie Inhalte ohne Programmierkenntnisse gepflegt werden — lesen Sie Warum statische Websites die Zukunft sind. Wie Hedinger-Digital statische Websites als individuelles Projekt umsetzt, steht unter Statische Websites.

Jetzt beraten lassen — ehrlich und unabhängig, auch wenn das Ergebnis WordPress ist.

Häufige Fragen

Ist WordPress wirklich unsicherer als eine statische Website?

In der Regel ja – die Angriffsfläche ist grösser. WordPress-Websites haben eine Datenbank, ein Admin-Login, Plugins und einen Server, der PHP ausführt. In Cleanup-Reports (z. B. Sucuri) entfallen rund 90% der untersuchten CMS-Hacks auf WordPress – vor allem wegen Marktanteil und Plugins, nicht als unvoreingenommene Weltstatistik. Statische Websites haben deutlich weniger Angriffsfläche im Auslieferungspfad; CI, CMS und Serverless brauchen trotzdem Pflege.

Kann ich eine statische Website selbst bearbeiten?

Das hängt von der Umsetzung ab. Mit einem Headless CMS wie Contentful oder Sanity können Sie Inhalte genauso komfortabel bearbeiten wie bei WordPress - mit visueller Oberfläche und Vorschau. Alternativ können Inhalte in Markdown-Dateien gepflegt werden, was technisch versiertere Nutzer bevorzugen.

Lohnt sich der Wechsel von WordPress auf eine statische Website?

Für die meisten Unternehmenswebsites, Portfolios und Blogs: ja. Eine statische Website braucht keine Plugin-Updates und keine Datenbank, das Hosting ist günstig. Die Betriebskosten sinken und werden planbarer, Ladezeit und Sicherheit verbessern sich. Der Wechsel selbst ist ein eigenes Projekt: Inhalte migrieren, Design übernehmen oder erneuern, 301-Weiterleitungen einrichten.

Was ist der Unterschied zwischen JAMstack und WordPress?

WordPress generiert Seiten bei jedem Aufruf neu (dynamisch). JAMstack-Websites werden einmal gebaut und als fertige HTML-Dateien ausgeliefert (statisch). Das Ergebnis: Ladezeiten von 50-200ms statt 500ms-3s, keine Sicherheitslücken durch Plugins und deutlich weniger Wartung.

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