Make.com vs n8n: Der ehrliche Vergleich für Schweizer KMU 2026
Make.com oder n8n? Dieser Vergleich zeigt Schweizer KMU, welches Automatisierungstool besser passt – mit konkreten Preisen, Datenschutz-Check und klarer Empfehlung.
Sie kennen das Problem: Jeden Monat landen dieselben Aufgaben auf Ihrem Tisch. Bestellbestätigungen manuell weiterleiten. Kundendaten von Formular zu CRM kopieren. Rechnungen abheften, die eigentlich automatisch ins Buchhaltungstool wandern sollten. Das kostet nicht Minuten – es kostet Stunden. Und diese Stunden summieren sich zu einem echten Wettbewerbsnachteil.
Der Markt bietet heute zugängliche Automatisierungstools, die genau diese Arbeit übernehmen – ohne Programmierkenntnisse. Make.com und n8n sind dabei die meistgenannten Namen. Beide versprechen, repetitive Prozesse zu automatisieren und KI in Ihren Arbeitsalltag einzubinden. Doch welches Tool passt tatsächlich zu einem Schweizer KMU mit 5 bis 50 Mitarbeitenden, knappem IT-Budget und echten Datenschutzanforderungen?
Bevor wir in die Details gehen: Es gibt keine universell richtige Antwort. Dieser Vergleich zeigt Ihnen aber, welche Faktoren wirklich zählen – und was Schweizer Unternehmen besonders beachten sollten.
Wozu braucht ein KMU Workflow-Automatisierung?
Die Zahlen sind eindeutig. Laut der AXA Arbeitsstudie nutzen bereits 34% der Schweizer KMU KI-Tools – 2024 waren es noch 22%. Gleichzeitig automatisieren laut Microsoft Work Trend Index 2025 bereits 52% der Schweizer Unternehmen ganze Geschäftsprozesse mit KI-Technologie. Die Automatisierungswelle ist kein Zukunftsszenario mehr – sie ist längst im Gange.
Konkret bedeutet das: Wer heute noch Kundendaten manuell überträgt, Erinnerungs-E-Mails von Hand verschickt oder Berichte per Copy-Paste zusammenstellt, verliert täglich Zeit gegenüber Mitbewerbern, die diese Schritte bereits automatisiert haben. Workflow-Automatisierungstools wie Make.com und n8n helfen dabei, diese Lücke ohne grossen IT-Aufwand zu schliessen.
Make.com auf einen Blick
Make.com (früher Integromat) ist ein cloudbasiertes Automatisierungstool mit einem visuellen Drag-and-Drop-Builder. Workflows heissen hier „Szenarien" und werden per Maus zusammengestellt – kein Code erforderlich. Die Stärke von Make liegt in der Breite: Über 3'000 offiziell unterstützte Integrationen decken praktisch jedes gängige Business-Tool ab, von Google Workspace über HubSpot bis zu Shopify und SAP.
Preise (Stand 2026):
| Plan | Preis/Monat | Operationen/Monat |
|---|---|---|
| Free | CHF 0 | 1'000 |
| Core | ca. CHF 9 | 10'000 |
| Pro | ca. CHF 16 | 10'000+ |
| Teams | ca. CHF 29/User | Höheres Volumen |
Wichtig für Ihre Planung: Seit November 2025 trägt jedes Zusatzpaket einen Aufschlag von 25% auf den Grundpreis. Wer Szenarien mit vielen einzelnen Schritten betreibt, kann schnell in eine teure Kreditfalle tappen – denn jeder einzelne Modulschritt zählt als eine Operation.
Datenschutz: Make.com verarbeitet Daten auf EU-Servern in Tschechien und Frankreich. Das ist DSGVO-konform, erfordert aber einen Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) mit Make. Für die Schweiz gilt das revidierte Datenschutzgesetz (revDSG), das ähnliche Anforderungen stellt. Sensible Kundendaten passieren damit immer den Server eines Drittanbieters.
Ideal für: KMU ohne eigene IT-Abteilung, die schnell starten wollen und überwiegend Standard-Integrationen benötigen.
n8n auf einen Blick
n8n ist ein Open-Source-Automatisierungstool, das sich sowohl in der Cloud als auch auf dem eigenen Server betreiben lässt. Die Oberfläche ist ebenfalls visuell – Workflows werden als Nodes verbunden – verlangt aber etwas mehr technisches Verständnis als Make.com.
Der entscheidende Unterschied: n8n gehört Ihnen. Das Repository auf GitHub ist öffentlich einsehbar, der Code ist frei prüfbar, und bei Self-Hosting laufen alle Daten ausschliesslich auf Ihrer eigenen Infrastruktur.
Preise (Stand 2026):
| Option | Preis/Monat | Besonderheit |
|---|---|---|
| Community Edition (Self-Hosted) | CHF 0 (nur Serverkosten) | Open Source, keine Nutzungslimits |
| Cloud Starter | ab ca. CHF 20 | Gehostet von n8n |
| Enterprise (Self-Hosted) | ab ca. €8'000/Jahr | 480'000 Ausführungen/Jahr, SLA |
Bei Self-Hosting auf einem günstigen VPS bei Hetzner liegen die reinen Serverkosten bei ca. CHF 5–10 pro Monat. Für technisch versierte Teams ist das eine der kosteneffizientesten Automatisierungslösungen auf dem Markt.
n8n verfügt über 400+ native Integrationen und über 600 Community-Nodes – in der Summe über 1'000 angebundene Dienste. Hinzu kommt: Über generische HTTP-Nodes lässt sich praktisch jede API einbinden, die einen REST-Endpunkt anbietet.
KI-Fähigkeiten: n8n hat native Nodes für OpenAI, Anthropic (Claude), Mistral und lokale Modelle, ausserdem eine vollständige LangChain-Integration für komplexe KI-Agenten. Seit 2025 unterstützt n8n das Model Context Protocol (MCP) – sowohl als Client als auch als Server. Das bedeutet: n8n-Workflows können als Tools von KI-Agenten genutzt werden, und umgekehrt kann n8n externe MCP-Server ansprechen.
Ideal für: KMU mit technischen Ressourcen oder IT-Dienstleister-Unterstützung, die volle Datenkontrolle wünschen oder KI tief in ihre Prozesse einbinden wollen.
Der direkte Vergleich
Bedienbarkeit
Make.com gewinnt beim Einstieg. Wer noch nie einen Workflow gebaut hat, ist mit Make.com in ein bis zwei Tagen produktiv. Die visuelle Logik ist intuitiv, Fehler werden gut erklärt.
n8n erfordert mehr Ramp-up-Zeit. Das Konzept der Nodes, Credentials und Ausführungsumgebungen ist mächtiger, aber auch komplexer. Bei Self-Hosting kommt die Serverkonfiguration dazu. Empfehlung: Ohne technisches Grundwissen oder externen Support nicht empfehlenswert.
Preise
Für einfache, niedrigvolumige Workflows ist Make.com günstiger und sofort einsatzbereit. n8n wird bei wachsendem Volumen oder komplexen Workflows mit vielen Schritten deutlich attraktiver – vor allem bei Self-Hosting, wo keine Nutzungsgebühren anfallen.
Rechenbeispiel: Ein KMU mit 50'000 Workflow-Ausführungen pro Monat zahlt bei Make.com ab dem Pro-Plan plus Zusatzpakete schnell CHF 50–100+/Monat. Mit n8n Self-Hosted auf einem Hetzner VPS: ca. CHF 8/Monat, unabhängig vom Volumen.
Datenschutz und revDSG
Hier trennen sich die Wege klar. n8n Self-Hosted ist die einzige Option, bei der garantiert keine Kundendaten Ihr eigenes System verlassen. Das ist besonders relevant für Branchen mit schützenswerten Daten: Gesundheitswesen, Finanzdienstleistungen, Anwaltskanzleien, oder jedes Unternehmen, das besonders sensible Kundendaten verarbeitet.
Make.com ist ebenfalls revDSG-kompatibel, wenn ein gültiger AVV abgeschlossen wird und die EU-Server-Region gewählt ist. Für die meisten Standard-KMU-Prozesse (Terminbestätigung, Newsletter-Anmeldung, CRM-Sync) reicht das aus. Für Prozesse mit besonders schützenswerten Personendaten im Sinne des revDSG sollte n8n bevorzugt werden.
KI-Fähigkeiten
n8n ist hier klar im Vorteil. Die native LangChain-Integration erlaubt den Aufbau vollständiger KI-Agenten innerhalb von Workflows – inklusive Speicher, Tool-Use und mehrstufiger Entscheidungslogik. Die MCP-Unterstützung macht n8n zu einem echten Hub für agentenbasierte Automatisierung.
Make.com unterstützt OpenAI und andere KI-APIs über HTTP-Verbindungen, ist aber weniger für komplexe KI-Agenten-Architekturen ausgelegt.
Integrationen
Make.com hat mit 3'000+ offiziellen Integrationen die grössere fertige Bibliothek. Wer auf sehr spezifische Business-Software angewiesen ist (z. B. bestimmte Schweizer ERP-Systeme), findet bei Make.com mit hoher Wahrscheinlichkeit eine fertige Verbindung.
n8n hat mit 400+ nativen Nodes eine schlankere Basis, gleicht das aber durch 600+ Community-Nodes und die universelle HTTP-Fähigkeit aus. Für marktgängige Tools wie Slack, Google Workspace, HubSpot, Notion, Stripe oder Airtable gibt es in beiden Tools ausgereifte Integrationen.
Meine Empfehlung für Schweizer KMU
Kein Tool ist für alle gleich richtig. Die folgende Entscheidungsmatrix hilft, schnell zum passenden Ergebnis zu kommen:
Wählen Sie Make.com, wenn:
- Sie keine eigene IT-Abteilung haben und schnell starten wollen
- Ihre Workflows überwiegend Standard-Apps verbinden (Google, Slack, HubSpot, Shopify)
- Das Datenvolumen überschaubar bleibt (unter 10'000 Operationen/Monat)
- Kein erhöhter Datenschutzbedarf besteht
- Das Team technisch nicht versiert ist und selbst administrieren muss
Wählen Sie n8n, wenn:
- Sie sensible Kundendaten verarbeiten und revDSG-sichere Infrastruktur benötigen
- Sie KI-Agenten tief in Ihre Prozesse einbinden wollen (LangChain, MCP)
- Das Automatisierungsvolumen hoch oder wachsend ist
- Ein Entwickler oder IT-Dienstleister die Ersteinrichtung übernehmen kann
- Sie langfristig Unabhängigkeit von Abo-Preiserhöhungen anstreben
Für viele Schweizer KMU empfiehlt sich ein pragmatischer Einstieg mit Make.com – und ein Wechsel zu n8n, sobald das Volumen steigt oder Datenschutzanforderungen zunehmen. Die gute Nachricht: Beide Tools arbeiten mit ähnlichen Konzepten, ein Umstieg ist lernbar.
Wer von Anfang an auf KI-gestützte Workflows setzt oder datenschutzkritische Prozesse automatisieren möchte, ist mit n8n besser beraten – auch wenn der Einstieg etwas steiler ist.
Ob Make.com, n8n oder eine massgeschneiderte Lösung: Der grösste Fehler wäre, gar nicht anzufangen. Jeder manuelle Prozess, der heute noch von Hand erledigt wird, ist eine verpasste Chance für mehr Effizienz.
Hedinger-Digital unterstützt Schweizer KMU beim Aufbau von Automatisierungslösungen – von der Tool-Auswahl bis zur fertigen, laufenden Pipeline. Wenn Sie wissen möchten, welche Ihrer Prozesse sich heute schon automatisieren lassen, nehmen Sie Kontakt auf oder schauen Sie sich die Prozessautomatisierungs-Leistung an.


